Sie sind hier: >>> Medizin >>> Reisekrankheiten
Die fünf häufigsten Reisekrankheiten
Die fünf häufigsten Reisekrankheiten
Jeder Dritte wir ausgerechnet jetzt in den schönsten Wochen des Jahres krank. Schade, wenn Sie dazugehören würden. Damit Sie gesund durch die nächste Zeit kommen, stellen wir Ihnen die fünf häufigsten Reisekrankheiten vor und sagen, wie Sie vorbeugen können, was Sie tun sollten, wenn es Sie erwischt hat, und wann der Arzt gefragt ist.
Pusteln auf der Haut: Das ist Mallorca-Akne
Kaum ein paar Stunden in der Sonne, schon juckt es im Gesicht, am Hals, an den Armen. Knötchen und Pusteln bilden sich. Das ist die Mallorca-Akne, eine Hautreaktion, die meist nach dem ersten Sonnenbad auftritt.
Ursache:
Unter der UV-Einwirkung bilden sich in der Haut so genannte Freie Radikale. Durch die Verbindung mit den Bestandteilen fetthaltiger Sonnenschutzmittel oder des körpereigenen Talgs in den obersten Hautschichten wird eine Entzündung ausgelöst.
Wie kann man vorbeugen?
Wenn Sie fette Haut haben: anfangs lieber nur kurze Zeit in die Sonne. Fettfreie Sonnenschutzmittel (Gels) verwenden. Sonnenschutzmittel mit Vitamin E (das Vitamin bindet Freie Radikale) benutzen. Nach dem Sonnen fettfreie After-Sun-Produkte nehmen.
Wann zum Arzt?
Bei starkem Juckreiz. Er verordnet Anthihistaminika. Vorsicht: keine cortisonhaltigen Salben benutzen. Cortison fördert die Entstehung von Akne.
Starke Kopfschmerzen: Sonnenstich
Ihr Kopf schmerzt, der Nacken tut weh, Sie fühlen Sich, als bekämen Sie eine Grippe – eindeutige Anzeichen für einen Sonnenstich.
Ursache:
Ausgelöst wird der Sonnenstich durch zu langes Liegen in der prallen Sonne. Er ist nicht ungefährlich, weil die Gehirnhäute gereizt werden. Schlimmste Folge kann eine Gehirnschwellung sein.
Wie kann man vorbeugen?
Eine Kopfbedeckung tragen.
Wenn es einen erwischt hat:
Sofort in den Schatten legen, Kopf mit kalten Umschlägen kühlen, kaltes Getränk trinken.
Wann zum Arzt?
Wenn die Kopfschmerzen nicht nachlassen. Der Arzt verordnet schmerzstillende Medikamente.
![]() |
||||||
Durchfall nach ein paar Tagen: Reisediarrhoe
Ihnen ist übel, Sie müssen sich erbrechen, haben einen wässrigen Durchfall, dazu noch Fieber? Das ist eine Reisediarrhoe (Reisedurchfall). Fast jeder zweite Urlauber ist davon betroffen.
Ursache:
Ausgelöst wird der Durchfall durch eine Infektion des Darms durch Toxine (Ausscheidungsprodukte) von Bakterien. Zu 80 Prozent sind dies Coli-Bakterien. Sie lauern auf verunreinigten Nahrungsmitteln und darüber hinaus im Wasser vieler Südeuropäischen Länder.
Wie kann man vorbeugen?
Getränke nur aus verschlossenen Originalflaschen und ohne Eiswürfel trinken, rohes Gemüse und Salate meiden (werden oft mit Fäkalien gedüngt). Zähne putzen nur mit Trinkwasser, Hände öfter waschen.
Wenn es einen erwischt hat:
Anfangs nichts essen, dafür aber viel trinken (mindestens drei Liter). Den Flüssigkeitsverlust über den Darm am besten mit elektrolythaltigen Getränken ausgleichen (Flüssigkeitsersatz zum Selbermischen: ein Liter Wasser, Orangensaft oder schwarzer Tee, 1 TL Kochsalz und 2 EL Zucker). Danach Schonkost essen.
Wann zum Arzt?
Wenn der Durchfall länger als drei Tage aufhält. In schweren Fällen mit wässrigen und blutigen Durchfällen sowie Fieber behandelt er mit Antibiotika
Es juckt im Intimbereich: Pilzinfektion
Es juckt und brennt im Genitalbereich, ein weißlicher Ausfluss tritt auf. Das ist ein Scheidenpilz. Jede dritte Frau leidet im Sommer darunter.
Ursache:
Gechlortes Wasser in Saunaanlagen, Whirlpools und Freibädern macht die empfindliche Haut im Intimbereich besonders anfällig. Das biologische Gleichgewicht der Scheidenflora ist gestört. Sie schützt nicht mehr vor Bakterien und Pilzen.
Wie kann man vorbeugen?
Die Scheide mit einem Tampon gegen das Eindringen von Wasser schützen.
Wenn es einen erwischt hat:
In der Apotheke gibt es frei verkäufliche Vaginalzäpfchen.
Wann zum Arzt?
Hört der Juckreiz nicht auf, verschreibt der Arzt stärkere Zäpfchen oder eine Creme (Wirkstoff: Clotrimeites). Dabei beachten: Noch zwei bis drei Wochen nach Abklingen der Symptome muss weiterbehandelt werden.
Brennen beim Wasserlassen: Blasenentzündung
Es brennt beim Wasserlassen, der Unterbauch schmerzt, Sie haben häufigen Harndrang, bekommen leichtes Fieber. Das ist eine sommerliche Harnwegsinfektion. Durch die kurze Harnröhre wird bei Frauen der Eintritt von Erregern begünstigt.
Ursache:
Sie haben zu wenig getrunken, Ihre Immunabwehr ist geschwächt, oder Sie haben sich beim Baden verkühlt. Das führt zu einer verminderten Abwehr gegen Keime in der Blase.
Wie kann man vorbeugen?
Halten Sie die Blasenregion auch im Sommer stet warm und trocken. Keine nassen Badesachen anbehalten, nicht auf kühle Böden oder Steine setzen. Immer warme Unterwäsche tragen.
Wenn es einen erwischt hat:
Bei Harndrang gleich zur Toilette gehen. Eine überdehnte Blase führt zu Restharnbildung. Das fördert die Vermehrung von Keimen. Viel trinken schwemmt Keime auf.
Wann zum Arzt?
Wenn die Entzündung zu Krämpfen führt. Er wird ein Antibiotikum sowie krampflösende Schmerzmittel verschreiben.


